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Backup der wichtigen Unterlagen – aber wie?

von  Takeo  |  

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Backup seiner Daten zu erledigen. Doch welche ist im Zweifel die sicherste oder vielleicht auch einfachste Lösung?

Nehmen wir mal ein paar Möglichkeiten ins Visier:

Time Machine von Apple

Time Machine ist seit ein paar OS Revisionen, genauer gesagt (Mac) OS X 10.5 Leopard, in das System integriert. Es geht kaum einfacher: Leere Festplatte anstecken und das System bittet um die Genehmigung, den leeren Platz der Festplatte als Backup-Space zu nutzen. Einmal erteilt wird die Sicherung der Dateien komplett selbstständig erledigt. Praktisch. Und auch das Finden von Dateien ist denkbar einfach: den Ordner oder das Programm (z.B. iPhoto) öffnen und Time Machine starten (entweder aus dem Dock oder im Programme-Ordner zu finden). Schon “reist man durch die Zeit” und kann gesicherte Dateien mit einem Klick zurückholen.

Vorteil: Die Daten sind “bei einem zuhause” auf der Festplatte.
Dennoch, Time Machine hat einen gewaltigen Nachteil: Ist der Mac aus welchem Grund auch immer abgerauscht und ist nicht mehr zum Leben zu erwecken, so muss das Time Machine Backup fast komplett wieder aufgespielt werden, um die verlorenen Daten zurückzuholen. Auch lässt sich nicht via Finder einfach nach einer Datei suchen. Das geht im Prinzip gar nicht. Man muss schon wissen, wo die Datei lag oder den Namen kennen – ansonsten wird es richtig schwierig. Nicht selten gibt es auch Komplikationen mit der Wiederherstellung eines Backups auf den gleichen Rechner, wenn z.B. das Mainboard ausgetauscht wurde. Dann wird’s richtig knifflig.
Fazit: Einfach, aber nicht einfach zu durchsuchen. Dafür ist das Limit der Daten nur dadurch beschränkt, wie viel die angeschlossene Platte schlucken kann.

Dropbox.com

Dropbox dürfte jedem mittlerweile ein Begriff sein. Wenn nicht, sofort ändern und installieren: dropbox.com. Mit diesem Tool, welches sich wunderbar in das System integriert, lassen sich kinderleicht Daten sichern. Wie das geht? Einfach den Ordner “Dropbox” im Home-Ordner finden und dort alles reinwerfen was man lustig ist. Auch Ordner, kein Problem.

Kleiner Tipp: Man sieht am kleinen “Kreis” am Ordner, ob die Datei schon hochgeladen wurde auf den Server von Dropbox. Ist er grün, ist alles gut. Ist er blau, wird die Dateien soeben hochgeladen. Sehr cool daran: Nur Änderungen am Dokument werden hochgeladen und nicht die gesamte Datei.

Daher der größte Vorteil: Hat man z.B. ein Word Dokument in der Dropbox und speichert immer mal zwischendurch beim Arbeiten die Datei, so wird jeder status quo hochgeladen. Und das Beste: Einfach auf dropbox.com gehen mit dem Webbrowser und man kann jeden einzelnen Vorgang/Speicherzustand bis zu 30 Tage (bei der kostenlosen Version) wieder zurück holen. Ist man gewillt zu zahlen, so bekommt man nicht nur viel mehr Speicherplatz sondern kann auch unliniiert lange Daten wieder zu einem Zeitpunkt zurücksetzen. Auch ist das Teilen von Dateien kinderleicht und lässt sich aus OS X oder aus dem Web Browser heraus erledigen. Toll auch: Man kann einen Ordner gemeinsam nutzen und Dateien so blitzschnell austauschen. Was auch immer jemand hoch lädt, bekommt der andere sofort zu sehen wenn die Synchronisation im Hintergrund abgeschlossen ist. Für die mobilen User gibt es eigentlich für jede Plattform eine Dropbox App – so sind die Daten auch unterwegs zu erreichen.

Nachteil: Die Daten liegen im Internet. Man muss Dropbox.com vertrauen. Das das Unternehmen mittlerweile zu den größten der Branche gehört kann man sagen, dass es recht sicher ist. Dennoch, die Daten sind “da draußen” – ist also nicht unbedingt sehr empfehlenswert, wenn es um private/sensitive Informationen geht. Wer diese dennoch ablegen möchte, sollte sie vorher verschlüsseln. Das geht mit einem DiskImage, welches sich mit “Festplatten Dienstprogramm” herstellen lässt, hat aber den Nachteil, dass man Daten nur dann synchronisiert bekommt, wenn man die ganze Datei schließt und komplett hochlädt. Das intelligente Hochladen der Änderungen klappt dann nicht, da die Datei verschlüsselt wird.
(Andere Dienste mit gleichem System: box.com oder sugarsync.com – aber nicht so schön integriert im System wie Dropbox.com)

Offline Backup

Unorthodox aber dennoch vielleicht notwendig: Man hat tatsächlich “Papier” und Ordner zuhause oder im Büro und es stapelt sich in alle Ecken. Die Faxe, Briefe etc. quellen aus allen Ecken. Was tun? Auch dafür gibt es eine Möglichkeit: z.B. Dienste wie Iron Mountain - perfekt angepasste Lösungen zum Backup “offline”. Die Dateien werden gescannt, in Hochgeschwindigkeit, und dann digitalisiert wieder zur Verfügung gestellt. Natürlich kann dann die digitale Datei entsprechend gesichert werden (siehe oben) und man ist wieder “Papierfrei” – und definitiv sicherer dran als stapelweise Papier zu horten und zu bewachen.
Kleiner Nachteil natürlich: höhere Kosten und man muss seine Dateien aus der Hand geben und dem Unternehmen vertrauen.

Kennt ihr andere Lösungen die ihr empfehlen könnt? Hinterlasst gerne einen Kommentar :)

Autor: Takeo

Mit einem Performa 600 zum Mac gekommen und seit dem langjähriger Apple-Professional und Fan. Ich lerne nie aus und freue mich immer, neuen wie alten Mac-Usern mit Hilfe zur Seite zu stehen. Ich bin gerne über MacBug.de erreichbar, ein Projekt welches ich im Jahr 2007 startete. Gerne lese und beantworte ich Kommentare zu den Artikeln persönlich. Ich freue mich auf eine Weiterempfehlung der Webseite durch unsere Leser! :)

  • FlyingOrlando

    Takeo, ich glaub, ich leb in einem Parallel-Universum. TimeMachine dran (Dicke große FW800-Platte natürlich), feddisch. Kannste auf jedem (!) anderen Mac (!) in ca. 1 h das System komplett wiederherstellen (OK, einzige Einschränkung: muss neu genug sein, um von deinem OS X unterstützt zu werden). Völlig problemlos. Zigmal durchexerziert. Falls also das MBP geklaut wird, oder Kaffee reingelaufen ist, schnapp Dir den MacMini, häng die TimeMachine Platte vom MBP dran und ca 1h später kannst du weiterarbeiten, als wäre nix passiert. Da können sie bei Apple Dein MBP reparieren, solange sie wollen, kratzt dich nicht die Bohne.

    Das geht sogar mit Servern. Hab mal testweise den DualQuadCore MacPro Leopard-Server von seiner TM-Platte auf mein altes MBP wiederhergestellt. Inklusive aller Windows-VMs. Irre. Sicherer kann IT in kleinen Unternehmen gar nicht sein, von zu Hause ganz zu schweigen.

    Jedes Finderfenster ist in TimeMachine ganz normal mit Spotlight durchsuchbar. Klar muss man wissen, wie die Datei heisst, wenigsten so grob. Ist aber immer so bei Suchen. Ich habe jedem Mitarbeiter in der Firma ne TM-Platte auf’n Schreibtisch gestellt, und seitdem ist Ruhe mit aus versehen gelöschten und verlorenen Dateien. Bei mail übrigens muss man nicht wissen, wo welche Mail-Dateien liegen. Einfach mail aufrufen und die TimeMahine starten und versehentlich gelöschte emails zurückholen. Kommt bei mir aber nicht vor, weil ich keine mails lösche.

    Einziger Nachteil von TM: Wenn dir die Hütte abbrennt oder ungebetener Besuch über Nacht vorbeikommt, ist alles futsch, Macs und TM-Platten. Dafür haben wir bei uns mit SuperDuper Komplett-Clones des Servers auf kleine transportable Festplatten gemacht, die dann einer der Eigentümer abends mit nach Hause genommen hat. Und die MBPs waren ja eh nach Geschäftsschluss bei jedem Mitarbeiter daheim.

    Wie gesagt, sicherer geht kaum, und die Daten sind auch nicht auf irgendwelchen cloud-Servern, von denen ich nicht weiss, wo die stehen, und wer die Daten angucken kann.

    Übrigens, wer keine für überteuerte Preise in der Computer-Historie verhafteten Microsoft-Programme verwendet, die dem Nutzer offensichtlich auch 2013 auf einem ML-System noch zumuten sich selber ums Speichern zu kümmern, der braucht nicht mal mehr TM, um zu einer früheren Version des Dokumentes zurückzukehren. Erstens speichern für ML optimierte Programme jede Änderung automatisch, und zweitens unterstützen sie das in ML eingebaute Versioning. In meinem Fall sind das fast alle Programme, die ich nutze, mit Ausnahme natürlich von dem ganzen Microsoft-Gekröse. Na, und natürlich Adobe, die immer ihre eigene Suppe kochen müssen. Das mit dem Versioning in ML geht natürlich auch in einem Dropbox-Folder, und, wie du sagst, damit kann man prima zusammen an einem Projekt arbeiten. Nur nicht gleichzeitig an einem Dokument. Dafür braucht es dann doch dedizierte Repository-Systeme.

  • sergej

    Carbon Copy Cleaner, sehr feines Tool, zwar derzeit nicht mehr gratis, aber top funktionalität, spiegelt die Ganze Festplatte oder nur ausgewählte Ordner, Zeitpläne können erstellt werden, und man kann von der Festplatte booten, sofern Firewire und die richtigen Backup einstellungen getroffen wurden!
    TOP!