Dieser Beitrag ist ein Journal Eintrag von MACBUG.de Redakteur Bastian. Er spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider, sondern dient dem offenen Meinungsaustausch.
Ich bin gerade auf ein Video gestoßen, das viele Gedankengänge angestoßen hat! Um Euch auf den gleichen Nenner zu bringen, hier zuerst das Video:
Es scheint dass es aktuell noch Probleme gibt dieses Video einzubinden. Via YouTube geht es: Link zum Video
Worum geht’s? Steve Jobs hatte zuerst an ein Tablet gedacht, erst danach kam ein “Smartphone”. Nichts Weltbewegendes also. Aber die Aussage lässt natürlich hinter Apple und der Philosophie blicken:
Der Grund oder die Motivation hinter all dem ist: Wie verändert Technik das Leben, bzw. wie können Computer helfen das Leben eines Menschen zu verbessern und zu vereinfachen. Welche Produkte lassen mich Dinge noch einfacher oder komfortabler erledigen. Das ist die Philosophie.
Dies schlägt sich vor allem in der Software nieder (Bedienung, Struktur etc.), und auch im neuen iCloud-Service: Weg von der simplen Online-Festplatte hin zu einem durchdachten System. Über die Hardware brauchen wir glaube ich nicht reden. Einen noch stärken Ausdruck der Brillanz Apples gibt es nicht.
Und jetzt: Man kann die Lösungen gut finden, oder eben schlecht. Aber diese Produkte stehen für eine Philosophie, für ein Konzept. Und dieses wird durchgezogen. Davor muss man alle Achtung haben. Mit diesem Konzept ist Apple schon gescheitert, hat sich aber immer die Treue gehalten und steht nun an der Spitze der Technologie-Konzerne.
Und das alles nicht mit “Massenware” oder 0815-Produkten sodass diese sich jeder leisten kann, nein, mit durchdachten Lösungen.
Google fing mit einer Suchmaschine an. Die Idee dahinter: Effizienter und schneller nach Begriffen im Web suchen. Eine Seite – Eine Zeile und dahinter viele Algorithmen. Danach kam der Kartendienst und weitere Produkte.
Auch hier: Page und Brin haben Google gegründet, mit einem Ziel – mit einer Vision. Auch wie beim iPod oder dem iPhone-Konzept: Diese Technologien haben die Welt verändert.
Doch Google driftet ab. Natürlich muss im Konzert der Großen mitgehalten werden, und eine kostenlose Suchmaschine lässt ein Unternehmen nicht unbedingt wachsen und florieren. Wie reagiert Google? “Welche Produkte sind wichtig, wo ist noch ein Markt um zu wachsen?”
Von der Grundintention “Wie mache ich die Welt besser” hin zu “Wie kann ich Schritt halten?”
Einerseits logisch, anderseits habe ich so meine Abneigung gegen Konzerne, die aus dem Umsatzwillen heraus Produkte entwickeln. Android ist zwar ganz nett, bietet viel und ist “Open Source” (so ein bisschen zumindest), dennoch ist die Strategie bei Google klar: Alles vernetzen, Daten besser zusammen zu fassen, ein klareres Bild meiner “Kunden” zu bekommen damit man Werbung besser schalten kann.
Konzepte werden nicht neu entworfen, sondern lediglich dem Kunden angepasst. Man darf also auf keine Innovationen mehr hoffen, sondern “nur” auf umgesetzte Kundenwünsche.
Microsoft
Bill Gates war die erste Person, die an Software bzw. an ein Betriebssystem gedacht hat, Quasi der Erfinder. Bill Gates hat für den Apple II Software entwickelt, und auch hier war das Ziel klar: Software, Betriebssysteme für Personal Computer.
Förderlich war zwar auch hier der geringere Preis von IBM Computern, aber die Intention war wieder eine noble: “Wie kann ich das Arbeiten an einem PC einfacher gestalten?”
So eine lange Marktführerschaft ohne ernsthafte Konkurrenz hinterlässt natürlich seine Spuren. Innovation sucht man vergeblich bei Windows, aber es läuft eben auf jedem PC. Massentauglich aber nicht wirklich kritisch oder innovativ.
Die Chance von Microsoft ist aber natürlich die: Mit Office haben sie eine ausgezeichnete Büro-Suite, man ist Marktführer und kann dies jetzt ein bisschen ausnutzen um auch innovative Ideen zu verkaufen und Geld daraus generieren. Also wieder zurück zum Grundgedanken des Unternehmens.
Windows 8 lässt mich zwar keine Wechselgedanken schüren, dennoch ist es löblich dass man neue Gedanken in das Unternehmen und in die Entwicklung lässt.
Rest-Gedanken
Samsung und Co erwähne ich hier gar nicht. Das S3 mag gut sein, die Display-Technik von Samsung nicht die schlechteste, und Hardware können sie auch bauen. Aber auch hier fehlt mir so etwas wie eine Unternehmens-Philosophie. Das S3 gibt es im nächsten Jahr für die Hälfte des Preises, und in zwei Jahren ist es ganz verschwunden. Das liegt nicht an den fehlenden “Fanboys”, sondern vielmehr am Produkt selbst: “Bauen wir die beste Hardware rein, ziehen eine Pseudo-Werbekampagne hoch, und jeder will das Ding haben”. Massenware von der Stange, Geld verdienen, und in einem Jahr wieder von vorne.
Auch kann man diese Gedanken an die Open Source-Gemeinde richten (also der oft kritische Blick auf die Verbreitung von Linux) : Der “Misserfolg” vieler guter Ideen und dem besten Gedanken der Technologie-Welt (alles soll für jeden zugänglich und offen sein) gründet eben auf der Geschlossenheit. Paradox. Open Source ist geschlossen. Im Hinblick auf die Zugänglichkeit der “normalen” Bevölkerung kann man das aber schon so sagen. Oder gibt es Otto-Normal-Verbraucher die auf die Ideen kommen sich ein Linux zu installieren? Man achtet also auch hier nicht darauf welche Technologien oder Software das Leben aller verbessern könnte. Ubuntu macht das Ganze schon besser, und zeigt, wie man beides kombinieren kann. Es fühlt sich für die “Nerds” zwar nicht mehr wie ein richtiges Linux an, dennoch ist beides noch gut vertreten.
Fazit
Als Verbraucher öfter sich selbst fragen: “Für was steht das Unternehmen, welche Philosophie hat es, und wie werden Kunden behandelt?”
Klar, vieles ist eine Geldfrage, oder eben doch einfach praktisch (Android zum Beispiel). Ziel des Artikels: Den Blick weiten, pauschale “iOS ist besser als Android” – oder umgekehrt – Rufe bringen nichts. Denkt erst einmal darüber nach welchen Aufwand Google betreibt um Android zu entwickeln, welche Hintergründe dabei sind, und welche Ziele man damit hat. Unter diesen Gesichtspunkten stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf…
Auch ein schönes Schlussbeispiel:
Nokia hat vor ca. 1,5 Jahren mit dem Nokia N9 und MeeGo laut Presse einen wahrhaften Konkurrenten für iOS entworfen. Innovativ, durchdacht, mit ein paar Updates sollte es ein würdiger Gegner werden. Doch was ist passiert? Microsoft hat das Geld hingelegt, die MeeGo-Innovation wurde bei Seite geschoben.
Ich besitze eines, und ich kann Euch sagen: In 1-2 Jahren Weiterentwicklung wäre dies eine ernsthafte Alternative geworden: Offener als Android (und zudem ein pures Linux), mit der genialen Bedienung von iOS.
Kommentare sind erwünscht, danke für die Zeit meinen Beitrag komplett zu lesen.

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