
Das iPad, das wohl am heißesten diskutierte Gadget der vergangen Jahre. Am Anfang als Spielzeug deklariert schafften es immer mehr Entwickler durch die richtigen Apps das iTablet auch in professioneller Umgebungen zu bringen.
Doch immer noch herrscht Unklarheit darüber was es denn wirklich kann, und wie es verwendet werden soll.
Um es vorneweg zu sagen: Das iPad kann nichts Besonderes, bzw. nicht recht viel mehr als Android-Tablets nicht auch können. Doch wo liegt der große Unterschied?
4 Faktoren:
- Verarbeitung
- Apps
- Betriebssystem
- Zubehör
Beim vorletzten Punkt dürfte wieder viel Diskussion aufkommen, dennoch ist es ein Erfolgsgarant für das iPad. Denn: Es funktioniert einfach, bietet eine Plattform für Entwickler Geld zu verdienen und kurpelt kurbelt dadurch Punkt zwei der obigen Liste gehörig an.
Auch verknüpft es sich hervorragend mit der iCloud und somit anderen iOS-Devices. Es fällt schwer bei schon vorhandener Apfel-Hardware zu einem anderen Tablet zu greifen.
Die Entscheidung ist also erstmal klar: Wenn Tablet, dann iPad. Verfestigen werde ich dieses Argument mit den folgenden Erfahrungsberichten und Anleitungen, wie Ihr das Meiste aus dem Gerät herausholen könnt.
Auch will ich die Entscheidung MacBook Air oder iPad ein für alle mal klären – denn so schwer ist es nicht (auch aus Erfahrung: Mein iPad hat das MacBook Air zu 98% ersetzt, und macht sehr Vieles besser).
Fangen wir also an:
1. Kaufentscheidung: Welches Modell soll es sein?
Erste Auswahl: Soll es ein 3G-Modul besitzen oder nicht?
Antwort: Einsatzzweck bestimmen. Ist man viel unterwegs, kommt man um ein 3G Modul nicht herum.
Allerdings: Vorsichtig sein. Für den Aufpreis bekommt man auch mehr Festplattenspeicher, dieser kann oft nützlicher sein als unterwegs Internet zu haben.
Der Grund: Breitbandwüste Deutschland. Oder vielmehr: Internetwüste Deutschland. Ich schreibe diesen Artikel gerade im Zug durch die Fahrt durch’s schöne Bayern. Internet? Fehlanzeige. Es gibt bei einer Stunde Fahrt keine 20 Minuten konstante Internetverbindung. Ich habe ein 3G Modul, dieses aber aktuell nicht an.
In ICEs gibt es schon meist WLAN-Hotspots, an Bahnhöfen sowieso. Natürlich ist es praktisch eines verbaut zu haben, dennoch erneut: Lieber 64GB in das iPad stecken, und zur Not via HotSpot Funktion des Smartphones die ein oder andere WLAN-lose Zeit überbrücken.
Minimum sind 32GB, egal bei welcher Variante. Denn 2 Serien plus den ein oder anderen Film, plus Bücher, Musik oder Zeitschriften machen dieses Display ja gerade so sensationell. Lieber am 3G Modul sparen bis Frau Merkel hilft das Internet flächendeckend zur Verfügung zu stellen.
2. Zubehör
Ein iPad alleine reicht den meisten nicht aus. Zumindest nicht wenn man es produktiv einsetzen will.
Meine bisherige Ausstattung:
Sinn dahinter?
SmartCover ist unabdinglich. Ein Muss. Nicht nur zum praktischen Hinstellen auf den Schreibtisch, auch zum Schutz und zur Reinigung des Displays.
VGA-Adapter: Mit der Keynote-App eine unschlagbare Kombi bei Präsentationen. Ein Hingucker dürfte es auch noch die nächsten 2 Jahren sein.
Bamboo Stylus und das Keyboard von Logitech sind spitze, wenn man denn das iPad als Notebook-Ersatz betreiben will.
Als Student hat man so beides: Zeichnungen oder Notizen auf Präsentationen können so schöner als auf dem Notebook gemacht werden, und mit dem Keyboard ist auch flüssiges Mitschreiben kein Problem (mehr dazu im “Apps-Abschnitt”).
Ein HDMI-Adapter könnte dem Erlebnis noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Denn so können Filme und Serien direkt vom iPad auf einen HDTV gebracht werden. Praktischer geht es kaum.
Auch hier wieder ein Erfahrungsbericht: Im Zug ein paar Folgen der gewünschten Serie gucken, und am Zielort Abends kann das iPad direkt an den Fernseher angeschlossen werden, um die restlichen Folgen auch noch anzuschauen.
So wird das i-Gerät zum Multimedia-Verteiler, egal wo man ist.
3. Die App-Ausstattung
Da wird es jetzt schwierig. Nicht weil es nicht genügend Programme gibt – im Gegenteil: Hier muss jeder für sich selbst entscheiden für welchen Zweck er das iPad erworben hat. Von Gaming brauchen wir gar nicht erst anfangen: Apps in Hülle und Fülle.
Da ich jedoch großspurig angefangen habe das iPad als Allzweck-Waffe hinzustellen, hier ein paar Einsatzzwecke:
Student
Verkauft euer MacBook und greift zum iPad. Alles bis auf das Erstellen von Software kann das iPad besser oder genauso gut.
Naturwissenschaften:
Es gibt eine LaTeX App die sogar die Desktopanwendungen von Windows und Co in den Schatten stellt. Diese nennt sich TeX Touch und bietet Auto-Vervollständigungen, ShortCuts für die wichtigsten Befehle und mathematischen Symbole.
So werden Mathe-Mitschriften zum Genuss.
Für Zeichnungen kann ich mehrere Apps empfehlen, ich persönliche verwende Paper.
So können Grafiken aller Art (mit passendem Stylus) einfach auf das iPad übertragen, und anschließend per E-Mail als PDF versenden.
Die Anwendungen Keynote, Pages und Numbers von Apple runden das Ganze ab. Das Editieren und Erstellen von Dokumenten oder Tabellen geht flott von der Hand, und die Keynotes können so wunderbar mit Timer und Notizen vorgetragen werden.
Wer Dienste wie Evernote und Dropbox verwendet wird sein Notebook sowieso nicht mehr vermissen. Dropbox bietet beim Tap auf ein Dokument gleich rechts daneben die passende Vorschau, und Evernote hat ein wunderbares Design und alle Funktionen die man auch vom Web oder Desktop kennt.
Für Skript-Markierungen oder zum Betrachten: iAnnotate PDF. Viele Möglichkeiten: Von simplen Markierungen bis zur Weiterleitung und Dropbox-Synchronisation alles möglich.
Und als Highlight: iTunes U App. Vorlesungen als Video oder Skript herunterladen.
Zubehör-Empfehlung: Stylus und Tastatur.
Bei der Anschaffung eines iPads unbedingt Zubehör und Apps mit einkalkulieren. So werden aus 700 Euro schnell mal 900 bis 1000.
Blogger
Für Blogger gibt es natürlich eine WordPress-App, mit der Artikel verfasst und hochgeladen werden können.
Auch nützlich: Bilder können in windeseile erstellt, zugeschnitten und hochgeladen bzw. dem Artikel hinzugefügt werden.
Eine App für Google Analytics ist auch im AppStore vorhanden. So können Auswertungen und der Leserfluss betrachtet werden.
Apps die mehr als nur MustHaves sind
Eine Auflistung der Apps, die Euren Desktop-Rechner und Notebook in den Schatten stellen:
- eBay (sprachlos, besser kann man Artikel nicht verkaufen, oder nach neuen Produkten suchen. Stellt die Website in den Schatten)
- Amazon (wunderbar – einfach nur wunderbar)
- Instacast(Podcasts – egal ob Audio oder Video – abonnieren. Zum Betrachten: herunterladen oder direkt streamen)
Weitere Lifestyle-Apps: ARTE, ZDFmediathek, BBC iPlayer, MyVideo, Zattoo
Zur privaten Organisierung:
Alle drei Apps in bestechender Form. Schnell, und für mich persönlicher schöner und besser als die Desktop-Varianten.
Für Leseratten
Eine Hülle an Möglichkeiten:
- Der Zeitungskiosk von Apple: Zeitschriften können abonniert werden. So werden diese automatisch bei WLAN nachts heruntergeladen, und können nach dem Aufstehen beim Frühstücken offline gelesen werden.
- Amazon Kindle: Alle gekauften Bücher auch auf dem iPad lesen (mit Markierungen, Notizen etc.)
- Zeitungs-Apps: Wenn Verlage ihre gedruckten Ausgaben nicht digital im Apple-Kiosk bereitstellen, so haben sie wenigstens eine App in der man auch Abonnements abschließen, und aktuelle sowie ältere Ausgaben herunterladen und betrachten kann.
- Der fenomenale RSS-Reader vom Mac – Reeder – ist auch auf dem iPad vertreten. Auch hier: Die iPad Variante steht der Desktop-Version in nichts nach.
Zusammenfassung
Man kann es also so betrachten:
Ich habe ständig alle Podcasts, Filme, Serien, Bücher UND Zeitschriften bei mir. Ein Archiv aus Multimedia.
Und falls nicht: Durch die Mediathek-Apps von ZDF, ARTE, MyVideo und Co. kann ich alles streamen, und unterwegs oder im WLAN Sendungen oder Filme gucken.
Arbeiten geht mit dem iPad hervorragend (es ersetzt (noch) keinen Desktop-Rechner, aber einen mobilen eben zu 98% wenn ich kein Programmierer bin).
Die Apps und das Zubehör habe ich weiter oben schon vorgestellt. Wunderbar leicht, portabel und einfach zu bedienen. Die Apps runden das Ganze noch ab. Texte schreiben, bloggen, Fotos knipsen – alles ist möglich.
Und für unterwegs: Super organisiert mit der DB-App, Evernote, Reeder und Co.
Die Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken haben alles herausgeholt, und mit Skype, twitter und Facebook maßgeschneiderte Anwendungen für das iPad erstellt: Super!
Schlussfolgerung
Ein iPad kostet nicht etwa 700 Euro sondern weit über 900 Euro (im “Mittelklasse-Modell”).
Beim Kauf des Tabelts sollte man unbedingt Zubehör wie Tastatur, Stylus oder Adapter und Smartcover mit berechnen. Hinzukommen noch Apps die das iErlebnis abrunden.
Vergleicht man den Preis mit einem MacBook Air, befindet man sich in etwa auf Augenhöhe. Im Vergleich zu dem Speicher vielleicht sogar etwas darüber. Was sind also weitere Vorteile?
- 3G Modul (auch wenn ich etwas davon abgeraten habe (bei schwachem Geldbeutel), so ist es ein Faktor “mal schnell in’s Internet zu gehen”.
- Formfaktor: Zum Lesen oder Filme gucken ist es vor allem unterwegs die bessere Wahl.
- Apps: Ja, sogar Anwendungen sind besser auf dem iPad. Nicht alle – ganz klar. Aber doch recht viele (auch oben schon beschrieben). Der Grund: Hersteller haben einen vordefinierten Rahmen (Display) und Hardware vorgegeben. Also ein System auf das sie die Anwendung ausrichten können.
Und die Konkurrenz?
Auch wenn deren Betriebssystem für Tabelts sich sehen lassen kann, so ist doch der folgende Faktor entscheidend: Die Kunden.
Kunden die ein iOS-Gerät besitzen zahlen wohl besser, oder sind eher dafür bereit. Nicht anders kann man den Erfolg und die guten Anwendungen erklären. Denn kein Unternehmen steckt Zeit und Geld in eine Software, die sowieso nicht gekauft oder verwendet wird.
