
Ein Vorteil von einer Linux-Distribution ist die schöner gestaltete Bash Prompt. Aussehen ist bei Weitem nicht alles, dennoch muss man zugeben dass es sich mit einer gut konfigurierten Shell besser arbeiten lässt.
Wir richten uns bei dieser Anleitung an diese Vorgabe. Schön beschrieben, und gespickt mit nützlichen Tipps. Dem deutschen Leser wollen wir das natürlich nicht vorenthalten.
Startet also mit uns in eine bessere Kommandozeile!
Grundlagen schaffen
Zuerst legen wir uns ein schönes Terminal-Theme zu. Damit sehen auf einen Schlag Schriftarten, Farben und die Prompt besser aus (Quelle der folgenden Anleitung).
- Zuerst muss das Theme herunter geladen werden: Link.
- Um das Theme zu installieren, einfach Doppelklick auf die herunter geladene Datei IR_Black.terminal.
- Danach das Theme als Standard festlegen (in den Einstellungen des Terminals).
Danach laden wir uns ein Grundgerüst von Bash Startup Files. Zur Erklärung: Diese Dateien werden nach jedem Start des Terminals geladen (auch beim Öffnen eines neuen Fensters). Die dort vorgenommenen Einstellungen werden somit bei jedem Start eingelesen und können verwendet werden.
- Erstellt zuerst ein Backup euerer bisher angelegten Bash-Dateien.
cp ~/.bashrc ~/.bashrc_ORIGINAL ; cp ~/.bash_profile ~/.bash_profile_ORIGINAL - Anschließend können mit diesem Befehl die vorgefertigten Dateien herunter geladen werden:
curl -o ~/.bash#1 "http://www.infinitered.com/settings/dotfiles/osx/.bash{rc,_profile}" - Der Mac mss nicht neu gestartet werden, einfach ein neues Fenster im Terminal öffnen, schon greifen die Änderungen.
Um ein optimales Lesen zu ermöglichen, empfiehlt MACBUG.de den Editor vim.
Um Farbcodierungen im vim zu aktivieren, öffnet ein Terminal-Fenster, und gebt folgendes ein:
vi ~/.vimrc
Anschließend ein << i >> drücken, um den INSERT-Modus zu aktivieren. Gebt nun folgende zwei Zeilen ein:
syntax on
:set number
Anschließend die Escape-Taste drücken, und << :wq >> eingeben.
Wir werden nun zwei Dateien betrachten: .bash_profile und .bashrc. Öffnet diese einfach mit:
vi ~/.bash_profile
bzw. mit
vi ~/.bashrc
Bash-Profil anpassen
In der Datei bash_profile befinden sich nun ein paar Einträge:
Zeile 8 – 10
if [ -d ~/bin ]; then
export PATH=:~/bin:$PATH
fi
Legt einen Pfad zu all Euren Skripten fest.
Zeile 14 – 15
source ~/.bashrc
Lädt bei jeder neuen Terminal-Session die bashrc-Datei. Diese sehen wir uns in den nächsten Abschnitten noch genauer an.
Zeile 19 – 23
echo -e "Kernel Information: " `uname -smr`
echo -e "${COLOR_BROWN}`bash --version`"
echo -ne "${COLOR_GRAY}Uptime: "; uptime
echo -ne "${COLOR_GRAY}Server time is: "; date
Gibt beim Start eines neuen Terminal-Fenster eine Statusmeldung aus. So habt Ihr bei jedem Start eine schöne Übersicht über Euer System.
Kommen wir zur bashrc-Datei:
Farbcodierungen hinzufügen
Dort wurden schon einige sehr sehr nützliche Einträge vorgenommen. Los geht es mit dem Aktivieren der Farben von Zeile 4 – 38:
export TERM=xterm-color
export GREP_OPTIONS='--color=auto' GREP_COLOR='1;32'
export CLICOLOR=1
Diese Zeilen aktivieren die Farbcodierung für die Befehlsausgabe im Terminal.
Zeile 11
alias ls='ls -G'
Erst ein kluges Alias: Immer wenn Ihr jetzt
ls
im Terminal eingibt (Auflistung der der Dateien im aktuellen Verzeichnis), wird automatisch der Befehl
ls -G
ausgeführt. Dies führt automatisch zu einer farbigen Ausgabe.
In den Zeilen 18 – 34 werden einige Farbcodierungen festgelegt, um damit später leichter arbeiten zu können.
export COLOR_NC='\\e[0m' # No Color
export COLOR_WHITE='\\e[1;37m'
export COLOR_BLACK='\\e[0;30m'
export COLOR_BLUE='\\e[0;34m'
export COLOR_LIGHT_BLUE='\\e[1;34m'
export COLOR_GREEN='\\e[0;32m'
export COLOR_LIGHT_GREEN='\\e[1;32m'
export COLOR_CYAN='\\e[0;36m'
export COLOR_LIGHT_CYAN='\\e[1;36m'
export COLOR_RED='\\e[0;31m'
export COLOR_LIGHT_RED='\\e[1;31m'
export COLOR_PURPLE='\\e[0;35m'
export COLOR_LIGHT_PURPLE='\\e[1;35m'
export COLOR_BROWN='\\e[0;33m'
export COLOR_YELLOW='\\e[1;33m'
export COLOR_GRAY='\\e[0;30m'
export COLOR_LIGHT_GRAY='\\e[0;37m'
Bash Prompt modifizieren
Zeile 55
export PS1="\\[${COLOR_GREEN}\\]\\w > \\[${COLOR_NC}\\]"
Hier wird die Prompt drastisch verkürzt. Normalerweise sieht diese in etwa so aus:
Benutzer@Macintosh 1/1/2007 Uhrzeit - PFAD >
Diese Angaben sind oft nicht nur unnötig, sie verschwenden auch noch Platz und stören die Übersicht. Mit der obigen Zeile verkürzt sich das Ganze auf den Pfad + > .
Aliase zur besseren Navigation
Weiter oben haben wir zur Farbgestaltung schon ein Alias verwendet. Jetzt kommt die Navigation dran:
Zeile 75 – 76
alias ..='cd ..'
alias ...='cd .. ; cd ..'
Anstatt für den Hierarchie-Wechsel zwischen Ordnern ein cd einzugeben, kann man nun lediglich zwei oder drei Punkte für den Ordnerwechsel eingeben.
Bookmarks
Die Zeilen 83 - 92 dürften die nützlichsten sein:
! -f ~/.dirs ]; then # if doesn't exist, create it
touch ~/.dirs
fi
alias show='cat ~/.dirs'
save (){
command sed "/!$/d" ~/.dirs > ~/.dirs1; \\mv ~/.dirs1 ~/.dirs; echo "$@"=\\"`pwd`\\" >> ~/.dirs; source ~/.dirs ;
}
source ~/.dirs # Initialization for the above 'save' facility: source the .sdirs file
shopt -s cdable_vars # set the bash option so that no '$' is required when using the above facility
Dank dieser Zeilen ist es nun möglich, mit einem einfachen
save xyz
einen Bookmark mit dem Titel “xyz” zu erstellen. Wenn man sich also aktuell in einem x-beliebigen Unterordner im System befindet, wird dieser Pfad unter dem Titel xyz gespeichert. Ruft man nun
cd xyz
auf, springt man direkt in dieses Unterverzeichnis! Genial wenn man oft die gleichen Verzeichnisse besucht.
Mit
show
Kann man sich alle angelegten Bookmarks ausgeben lassen.
Die Bookmarks werden in dieser Datei gespeichert:
~/dirs
Dieser äußerst nützliche Tipp stammt von MacOSXHints.
