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MACBUG.de Softwaretest: Parallels Desktop 7 für Mac

von  Bastian  |  

Als Mac-User hat man manchmal so seine Probleme. In der professionellen Umgebung nutzen Firmen Windows als Betriebssystem, Fortbildungen oder Schulungen (vor allem spezielle Schulungssoftware) auch. Hat man seinen Mac erst einmal lieb gewonnen (und einen stattliche Betrag dafür bezahlt), will man sich nicht noch einen Zweitrechner anschaffen.

Hier kommt sogenannte Virtualisierungssoftware ins Spiel. Grob gesagt erstellen diese einen Container, in dem das jeweilige Betriebssystem dann läuft. Hardware (Sound, Grafik, RAM, Prozessor) zapft dieser Container vom “richtigen” Computer an. Ein Kasten, in dem man ein fremdes Betriebssystem installieren kann, und dieses dann gleichzeitig mit Mac OS X läuft. Grandios.

Doch die Zeiten ändern sich, und Software-Hersteller gehen weiter auf die Ansprüche der Kunden ein, und verstehen es, diese “Hardware-Anzapferei” performanter zu gestallten.

Preisgekrönt auf dem Thron sitzt bei dieser Art von Software die Firma Parallels. Sie virtualisiert nicht nur auf den Mac, sondern stellt auch Lösungen für Server und mobile Plattformen bereit.

Um jetzt zum eigentlichen Punkt zu kommen: Parallels Desktop 7 ist die neuste Auflage der Virtualisierungssoftware von Parallels, und soll zahlreiche Verbesserungen mit sich bringen. MACBUG.de hat dem auf den Zahn gefühlt, und getestet, wie gut man mit Windows auf einem Mac arbeiten kann.

Vorab: Mit Parallels lässt sich nun auch OS X Lion, Windows 8, und Linux-Betriebssysteme virtualisieren. So wird die ganze Thematik noch spannender.

Wir begnügten uns erst einmal mit Windows 7 als Testsystem, und wollten sehen, wie gut Parallels wirklich ist.

Erster Kontakt

Durch all die Software-Portale und den Mac App Store vergisst man schnell, wie schön es sein kann, Software noch richtig im Karton und auf DVD zu kaufen. Die Verpackung macht schon Spaß auf mehr. Sie enthält einen kleinen Karton, in der

  • die Installations-CD
  • eine Kurzanleitung für die Software
  • eine 3-Schritte-Anleitung zum Start
  • ein Handbuch mit den ersten Schritten
  • und Parallels-Werbeaufkleber
enthalten ist.
Die Verpackung hat eine perfekte Größe. Dass Parallels auch professionelle Lösungen (also auch in Server-Umgebungen) anbietet, merkt man schnell. Gut durchdacht, viel Erklärungshilfe, kein Satz zu viel, aber auch keiner zu wenig. Sehr schön.
Ein weiteres Bonbon darf nicht fehlen: Für Nutzer von Macs, die über kein DVD/CD-Laufwerk verfügen, bietet Parallels natürlich auch einen Download der Software an.

Das Testsystem

Wir haben zum Testen einen Mac Mini (2011) mit einem i5 Sandy-Bridge Dual Core Prozessor (2,3 GHz), 8 GB Ram und einer Intel HD 3000 (512 MB) Grafikkarte verwendet.

Die Installation

CD eingelegt, und die Software installiert. Herrlich auch hier wieder: Die Software merkt sofort, dass eine Aktualisierung verfügbar ist, und lädt diese vor der Installation herunter. Perfekt! Viele Software-Entwickler prüfen erst nach der Installation auf Updates (Grüße an Microsoft Office:mac), und man muss dann erst noch warten bis man das Produkt endlich ausprobieren kann.

Es sind so Kleinigkeiten, die in der Summe einen sehr guten Eindruck machen. Laien dürften sich von diesem Vorgehen in die komplexe Virtualisierungswelt sehr gut an der Hand genommen fühlen.

Das ca. 304 MB große Update war schnell geladen, und so konnte es mit einem Klick auf das Parallels-Symbol im Launchpad auch schon losgehen.

Mit dem ersten Start hat meine eine gute Übersicht über die Möglichkeiten von Parallels Desktop 7. Ein erster Kritikpunkt (als Informatik-Student): Es wäre schön, wenn man nicht überall Windows als Wunschsystem aufgedrückt bekommen würde. 90% der Nutzer werden wohl Windows installieren wollen, also verständlich. Dennoch ist vielleicht eine Ansichten-Auswahl zu wünschen.

Wie funktioniert das jetzt?

Wenn Sie diesen Test lesen, um sich einen Eindruck zu machen wie das alles funktionieren soll, dann will ich Ihnen helfen:

Sie müssen eine Windows-Installations-CD besitzen (oder als Image-Datei), diese einlegen, und auf den Installations-Button klicken. Fertig. Parallels Desktop 7 ist nur Ihr Container, der Ihnen diesen Schritt ermöglicht. Wenn Sie die Windows-CD eingelegt haben, wird auch Windows wie auf einem Rechner gewohnt einfach installiert, und im Fenster neu gestartet.

Professionelle Anwender: Bei keiner von mir je getesteten Software funktioniert das Einstellen der zur Verfügung gestellten Hardware-Komponenten so einfach. Sie haben eine Vielzahl (und ich meine auch eine Vielzahl) von Optionen.

Sie müssen vor der Installation dem neuen Gast-Betriebssystem etwas von Ihrem Hardware-Kuchen abgeben. (Speicher (RAM) und CPU (Prozessorleistung)). Für Windows 7 empfehle ich dringend über 2 GB zur Verfügung zu stellen, sonst macht es nicht viel Spaß.

Einfache Schieberegler (das kennt man auch von anderen Produkten) ermöglichen das Justieren.

Wie bei dem Software-Update bei der Installation denkt auch Parallels hier voraus: Man kann vorab schon festlegen, wie man Windows in Zukunft nutzen möchte (in Mac OS X integriert, oder im Fenster-Modus). Keine Angst, später ist es mit einem Klick möglich zwischen den verschiedenen Modi hin und her zu schalten.

 

Der erste Start

Ich will niemanden loben der es nicht verdient, aber den nächsten Bonus holt sich Parallels so: Endlich eine Virtualisierungssoftware für den Mac, die Mac-Erweiterungen schon bei der Windows-Installation mit installiert! (Eigentlich gehören hier 10 Ausrufezeichen dahinter). Kein nerviges Menü-Einstellung-Button suchen um irgendwie Grafik und Sound-Treiber zu installieren. Einfach nur perfekt! Sie können problemlos die Ansichten wechseln, und Parallels spielt mit (dank der bereits installierten Hardware-Treibern im Hintergrund).

Nachdem Windows installiert wurde, startet es in einem Fenster. Mit einem Klick auf Darstellung in der Menüleiste kann man nun die verschiedenen Modi wechseln:

  • Coherence-Modus: Windows Programe werden nativ unter Mac OS X gestartet. Also: Sie öffnen Outlook, und es öffnet sich einfach ein Fenster mit Outlook. Sie bekommen nichts von Windows mit. Einfaches Drag&Drop und Copy&Paste möglich.
  • Fenster-Modus: Windows fühlt sich auch wie Windows an. In einem Fenster sehen sie das komplette Betriebssystem. Wunderbar: Vollbildmodus wird unterstützt! Mit einem Klick auf das Vollbild-Symbol wechselt Windows in einen neuen Space, und Sie können mit Gesten zwischen Windows und Mac OS X hin-und her schalten.

Wie macht sich Windows nun bemerkbar?

  1. Im Dock wird ein neuer Stapel erstellt. Wie bei der Start-Menü-Liste sehen Sie mit einem Klick auf den neuen Ordner alle installierten Windows-Programme.
  2. Im Userverzeichnis gibt es nun einen Ordner mit allen Windows-Programmen (daher auch der Ordner im Dock).
  3. Auf dem Schreibtisch wird eine Verknüpfung zur Windows-Virtual-Machine erstellt. So können Sie mit einem Doppelklick Windows in Zukunft starten.

Das Zusammenspiel zwischen Mac und Windows

  • In jedem Betriebssystem kann auf die Daten des anderen zugegriffen werden
  • USB-Geräte können nach Anschluss entweder dem Windows-System, oder Mac OS X zugeordnet werden
  • Dateien können per Drag&Drop in Windows-Programm-Fenster gezogen werden
  • Copy&Paste funktioniert zwischen den Anwendungen

Benchmarks

Wir haben die Software nicht unter Extrem-Bedienungen mehrere Tage unter Volllast laufen lassen. Dennoch teile ich hier ein paar Ergebnisse:

Windows benötigt im Leerlauf (also wenn nichts gestartet ist) ca. 505,00 MB an Speicher (RAM). Wenn Firefox gestartet ist, und Sie ein wenig surfen sind es schon fast 900,00 MB RAM.

Im Hintergrund läuft neben der virtuellen Maschine noch Parallels, das mit ca. 110,00 MB zu Buche schlägt.

Sie sehen: 1 GB RAM sind schnell voll.

Von Seiten Parallels werden für Windows 7 auch richtigerweise 4 GB RAM empfohlen.

Unser Testsystem hatte 4 GB RAM zur Verfügung, und einen Kern des Prozessors. Anwendungen wie Firefox oder Office liefen flüssig. Kritische Betrachter werden sagen, dass man den Unterschied zu einem “richtigen” Rechner merkt. Dem kann ich zustimmen. Jedoch ist Parallels wie kein Unternehmen dicht davor, auch diesen Unterschied auf nahe Null zu verkleinern (bessere Hardware hilft auch hierbei).

Gesammelt, nützlich und wertvoll

Dieser Test soll kein Parallels-Tutorial werden, sondern einen ersten Eindruck der Software vermitteln. Parallels bietet eine Unmenge an Möglichkeiten. Highlights sind diese:

  • Nativer OS X Lion – Vollbildmodus
  • Copy&Paste zwischen den Anwendungen
  • Datei-Austausch einfach über Zugriff auf die Ordnerstruktur des jeweiligen Betriebssystems
  • Coherence-Modus: Windows-Programme einfach im Macintosh-Umfeld starten und interagieren
  • Konfiguration für jedes Gast-System detailliert einstellbar
  • Windows 8 Developer Preview ist installierbar
  • App für iPhone und iPad
Sie können selbst entscheiden, welchen Zugriff Windows auf den Macintosh hat, und in wie weit Hardware oder auch Dateien geteilt und getauscht werden.

Fazit

Wenn Sie virtualisieren wollen, dann machen Sie das mit Parallels Desktop 7. Für Laien ist das einfache Interface, und die geniale Handhabung eine große Erleichterung. Dieses komplexe Virtualisierungsverfahren wurde in eine einfach zu bedienende Software gegossen, und mit zahlreichen Möglichkeiten verfeinert. Die Geräteverwaltung (USB-Sticks, Webcams etc.) ist ein Traum und die Mac OS X Unterstützung grenzt an Perfektion.

Zum Experimentieren, Testen, Entwickeln, oder auch nur um Arbeitssoftware zu Hause aus zu nutzen ist Parallels geeignet wie kein anderes Produkt!

 

Informationen zu Parallels Desktop 7 für Mac

[toggle_content title="Unterstütze Gastsysteme"]

32-Bit-Betriebssysteme

  • Windows 7
  • Windows Vista SP 0, SP 1, SP 2
  • Windows Server 2008 R2, SP2, SP1, SP0
  • Windows Server 2003 R2, SP2, SP1, SP0
  • Windows XP Professional SP3, SP2, SP1, SP0
  • Windows XP Home SP3, SP2, SP1, SP0
  • Windows 2000 Professional SP4
  • Windows 2000 Server SP4
  • Windows NT 4.0 Server SP6
  • Windows NT 4.0 Workstation SP6
  • Windows ME
  • Windows 98 SE
  • Windows 95
  • Windows 3.11
  • MS-DOS 6.22
  • Red Hat Enterprise 6.x, 5.x, 4.x
  • Fedora 15, 14, 13, 12
  • Ubuntu 11.04, 10.10, 10.04, 9.10, 9.04, 8.10
  • CentOS 5.x, 4.x
  • Debian 5.0
  • Suse Linux Enterprise Server 11, 10 SP2
  • Suse Linux Enterprise Desktop 11
  • OpenSUSE Linux 11.x
  • Mandriva 2010, 2009
  • Solaris 10
  • Open Solaris 2009.06
  • FreeBSD 8.x,7.x
  • OS/2 Warp 4.5, 4
  • eComStation 1.2
  • Mac OS X Lion 10.7 (nur auf Lion. Weitere Infos)
  • Mac OS X Lion Server 10.7
  • Mac OS X Leopard Server 10.5.x
  • Mac OS X Snow Leopard Server 10.6.x

64-Bit-Betriebssysteme

  • Windows 7
  • Windows Vista SP 0, SP 1, SP 2
  • Windows Server 2008 R2, SP2, SP1, SP0
  • Windows Server 2003 R2, SP2, SP1, SP0
  • Windows XP Professional SP2
  • Red Hat Enterprise 6.x, 5.x
  • Fedora 15, 14, 13, 12
  • Ubuntu 11.04, 10.10, 10.04, 9.10, 9.04, 8.10
  • CentOS 5.x
  • Debian 5.0
  • Suse Linux Enterprise Server 11, 10 SP2
  • Suse Linux Enterprise Desktop 11
  • OpenSUSE Linux 11.x
  • Mandriva 2010, 2009
  • Solaris 10
  • Open Solaris 2009.06
  • FreeBSD 8.x,7.x
  • Mac OS X Leopard Server 10.5.x
  • Mac OS X Snow Leopard Server 10.6.x

[/toggle_content]

[toggle_content title="Hardwareanforderungen"]

  • Ein Mac Computer mit einem Intel Core 2 Duo, Core i3, Core i5, Core i7 oder Xeon Prozessor.
  • Mindestens 2 GB Arbeitsspeicher (4 GB Speicher empfohlen, wenn Windows 7 in einer virtuellen Maschine ausgeführt werden soll oder, wenn Lion das Host-OS ist)
  • Ungefähr 500 MB Festplattenspeicher auf dem Startvolume (Macintosh HD) für die Installation von Parallels Desktop.
  • Etwa 15 GB Festplattenspeicher für jede virtuelle Maschine.

[/toggle_content]

[toggle_content title="Softwareanforderungen"]

  • Mac OS X Lion 10.7
  • Mac OS X Snow Leopard 10.6.3 oder neuer
  • Mac OS X v10.5.8 Leopard oder neuer

Hinweis: Diese Parallels Desktop Version unterstützt Mac OS X Tiger v10.4.x nicht.

Informationen zu Ihrer Mac OS X Version, dem Prozessortyp und der Speichermenge finden Sie im Apple Menü unter dem Eintrag “Über diesen Mac”.

Quelle: Parallels-Website

[/toggle_content]

[toggle_content title="Parallels 7 Desktop - Informationen"]

Hersteller: Parallels

Produktinformation: Parallels Desktop 7 für Mac

Preis: 79,99 €

Download- und Testversion: Hier erhältlich

Größe: ca. 304 MB

Parallels-Mobile (iOS-App): Weiter Informationen

[/toggle_content]

Autor: Bastian

Als Informatik-Student, und seit kurzem stellv. Chef-Redakteur bei MACBUG.de, will ich neuen Usern helfen, in die Macintosh-Welt ein zu tauchen, sowie langjährigen Nutzern neue Möglichkeiten eröffnen, wie Sie noch effizienter mit einem Mac arbeiten können. Themengebiete: UNIX, Terminal, MacOS X Allgemein Über Anregungen, Kritik und Problemberichte freue ich mich sehr - via Kommentar-Funktion oder Kontaktformular!

  • http://pilsje.dyndns.org/ Michael

    In allen Ehren, Bastian, gute Arbeit!

    Wenn ich jedoch Windows 98 SE installiere,
    dann ist das alles nicht mehr so einfach zu regeln.
    Und ein Coherence-Modus wird dann schon gar nicht angeboten.

    Der Sound funktioniert auf keinen Fall (iMac 27″ late 2009)

    Und bevor ich das Netzwerk zum Laufen bringen kann,
    muß erst einmal der Drucker deaktiviert werden.

    Denn Netzwerkkarte und Drucker nutzen beide IRQ 7.
    Der Drucker wird automatisch als erstes konfiguriert,
    danach erst kommt die Netzwerkkarte zum Zuge.
    Und das geht schief!

    Sound bekomme ich zum Laufen, wenn ich außerirdische
    Compaq-Treiber (AC97) integriere. Aber dann funktioniert
    das Rebooten nicht mehr. Gut, daß ich vorher noch schnell
    einen ‘Snapshot’ erzeugt hatte…

    Ich habe einen wichtigen Grund, Windows 98SE
    zum Laufen bringen zu wollen: Einige meiner selbst
    erstellten Assembler-Programme sind in Backup-CDs
    verewigt, die im PQI-Format (von PowerQuest, Version 2) gespeichert
    wurden. Solche Backups bekomme ich nur wieder zu Gesicht,
    wenn ich sie unter gleichen Bedingungen restauriere,
    wie ich sie gesichert habe. Also deshalb W98 SE.

    Es ist ein Kreuz damit…
    Michael