permalink

1

Warum die iCloud Apple zum Alleinherrscher im PC-Universum macht

von  Bastian  |  

Wenn man heut zu Tage den Namen Cloud hört, denkt man sofort eins: Meine Daten sind in der Wolke gespeichert, und ich kann Sie von dort von jedem Gerät aus downloaden. Das ist die Cloud, das ist die Zukunft.

Apple aber bewies, warum Sie seit 10 Jahren auf dem Vormarsch sind, und alle anderen Konzerne einfach so überschwemmen mit all ihren Innovationen und Geräten.

Zur Zusammenfassung: Laut Apple fing die Post-PC Ära mit dem iPod an. Und was soll man sagen? Danach kam das iPhone, nach diesem kam das iPad. Alle drei Geräte sind aktuell Marktführer. Beim iPod gibt es keine Konkurrenz mehr, dieses Feld wurde Apple überlassen. Das iPhone wurde natürlich sofort kopiert, aber Marktführer ist es, Stand heute, auch noch. Über das iPad braucht man die wenigsten Worte verlieren, dieses wird auch in 1-2 Jahren noch Alleinherrscher sein. Denn andere Unternehmen verstehen nicht, dass man ein Gerät, das für unterwegs konzipiert wurde, nicht mit Hardware vollstopfen muss, sonder mit intelligenter Software. Ich will unterwegs einfach und schnell meine langen Zugfahrten vertreiben, oder kurz auf der Couch nach den neusten Fußball-Ergebnissen surfen.

Dieses Modell will Apple jetzt durch drücken. Wie? Mit einem grandiosen Einfall: Das einzige Marktsegment wo sie nicht führend sind, ist der PC. Also was macht Apple? Stuft einfach den PC hinunter auf eine Stufe mit iPad und Co. Das MacBook Air macht es vor, das erste iPad Pro wenn man so will. Es wurde auch so vorgestellt: “This is the future, of Notebooks!”.

Und wie passt die iCloud jetzt da rein? Die iCloud ist bei Apple kein Speicherplatz in der Wolke, für Apple hält die iCloud nun all ihre Produkte zusammen. Wenn ich mir ein neues iPad kaufe, dann brauche ich nichts weiter tun als meine E-Mail-Adresse und mein Passwort ein zu geben, und schon sind alle Apps, Einstellungen, Bilder, Musik etc. auf meinem anderen Gerät. Natürlich nur die Daten die ich will. Der Unterschied zu anderen?

Guten Morgen Microsoft, guten Morgen Google. Apple hat ein homogenes System aufgebaut, aus dem sie jede Kategorie an Geräten anbieten können. Klar, GoogleDocs kann das schon lange was die iCloud mit Dokumenten kann, Microsoft macht es auf der Buisness-Seite schon viel länger und stabiler.

Aber haben sie auch ein System dahinter? Sie bieten einzelne Dienste an, klar, aber Apple bietet ein Komplett-Paket. Da zeigt sich wieder die Philosophie: Andere preschen früher mit Features vor, Apple wird belächelt dass sie so lange brauchen, und vieles erst sehr spät liefern. Aber wenn sie dann die Produkte vorstellen, haben diese Hand und Fuß. Steve Jobs hat innerhalb von 10 Jahren aus einem Konzern, der von Bill Gates mit Investitionen am Leben gehalten wurde, ein Unternehmen gemacht, das nun in allen Bereichen die Nase vorne hat. Nicht mit Features, da werden die Freunde Googles noch lange sagen: “Das haben wir schon vor einem Jahr gemacht”, sondern mit einem Konzept und Gesamtpaket.

Die iCloud ist für Apple nicht ein Massenspeicher, sondern die neue Zentrale. Denn nicht nur Apples Software lebt in der Cloud, durch die freie API für die Entwickler bald auch jede andere Drittherstellersoftware. Und was ich an diese Zentrale hänge, ist egal. Die iDevices genauso wie MacBooks. Steve hat so oft den Namen PC gesagt, dass man sich nicht wundern muss, wenn sich dort in 1-2 Jahren auch eine Revolution anbahnt

Apple ist der Konkurrenz also in folgendem Punkt voraus: Während andere noch stolz sind Cloud-Features anzubieten, vergessen sie wie die Zukunft aussieht: Ich will alle Geräte synchron haben, und nicht nur die Daten, sondern alles. Da fehlt Google aktuell das Betriebssystem dazu, und Microsoft die komplette Mobile-Sparte. Apple hat nicht nur ein Stück den Cloud-Gedanken revolutioniert, sondern auch die komplette Wahrnehmung des Computers in der Zukunft.

Und für alle die jetzt immer noch nicht dahinter gekommen sind: Das größte Feature bei iOS 5 ist “PC-free”. Keine Kabel mehr. Das Betriebssystem bleibt auch weiterhin mit der Bedienung an erster Stelle. Features liefern andere. Aber alle drei Marktführer (iPad, iPhone, iPod) kann man jetzt ohne PC betreiben. Sie sind quasi eine volle Konkurrenz zu einem PC. Auf einer Stufe. Und sie hängen an der Cloud, an Apples Cloud. Wenn man ein iPhone und iPad besitzt, geht man ein Stück auf der gedachten Linie nach rechts, und nimmt eben gleich noch das MacBook mit. Warum sollte man auch einen PC kaufen? Meine Daten sind doch in der iCloud, und mit einer einfachen E-Mail-Password-Kombi habe ich auch schon meinen kompletten Mac eingerichtet. Und der größte App Store der Welt befindet sich auch schon drauf.

Da passt es gut, dass unter den 250 anderen Features von Lion auch ein Name auftaucht: Windows. Mit dem Zusatz: Migration…


Autor: Bastian

Als Informatik-Student, und seit kurzem stellv. Chef-Redakteur bei MACBUG.de, will ich neuen Usern helfen, in die Macintosh-Welt ein zu tauchen, sowie langjährigen Nutzern neue Möglichkeiten eröffnen, wie Sie noch effizienter mit einem Mac arbeiten können. Themengebiete: UNIX, Terminal, MacOS X Allgemein Über Anregungen, Kritik und Problemberichte freue ich mich sehr - via Kommentar-Funktion oder Kontaktformular!

  • http://macbug.de Takeo

    Klingt schon mal sehr vielversprechend – ich persönlich warte noch auf eine Lösung wie Dropbox integriert in den Finder.