Viele Begriffe schwirren zur Zeit über die iCloud durch das Internet. Viele User dürften verwirrt sein, denn man ist mit seinen Gedanken immer noch bei einer Online-Festplatte.
Aber ist das nicht die iCloud? Ein Online-Speicher der in Zukunft meine Daten speichert, und von dem ich mir auf anderen Geräte die gewünschten wieder herunter laden kann?
Ein klares Nein, aber doch ein kleines Ja. Fangen wir mit den üblichen Apps an: Adressbuch, iCal und Mail. Diese drei Apps gibt es für MacOS X, und für das iOS. Wenn Sie also einen iCloud Account haben, loggen Sie sich mit diesem ein. Unter den Systemeinstellungen geben Sie Ihre E-Mail und Ihr Passwort ein, und das wars.
Wenn Sie in Zukunft einen Kontakt anlegen, wird er automatisch mit der iCloud sychronisiert, und wenn Sie Ihren Mac, Ihr iPhone oder iPod touch einschalten verbinden diese Geräte sich auch mit der iCloud, und importieren den neuen Kontakt ins eigene Adressbuch. Bei Änderungen das gleiche Spiel: Ohne dass Sie etwas merken, werden die Änderungen synchronisiert, und sind nun auf allen Geräten geändert.
iCal und Mail machen dies genauso. Ohne dass Sie etwas einstellen oder konfigurieren müssen, legen Sie einfach Termine an und versenden E-Mails. Alle Änderungen werden sofort auch in der iCloud abgelegt und geändert, sodass die anderen Geräte dies auch erfahren. Wenn Sie nun Mail am Mac öffnen, sind die Änderungen oder die versendeten E-Mails bereits aktualisiert.
Aber Apple geht weiter: Backup, Documents, AppStore und iBookStore.
Backup
Ihr iPhone macht nun täglich von alle Einstellungen, den gespeicherten App-Daten, gekaufter Musik, Photos, Ordnerorganisation und sogar von SMS und MMS Nachrichten ein Backup. Das heißt also Ihr komplettes iPhone oder iPod touch wird täglich gesichert.
Documents
Sie denken nun: “Ich speichere eine Datei ab, und schicke diese in die Cloud. Auf dem anderen Gerät lade ich sie mir herunter, und schon kann ich am gleichen Dokument an einem anderen Gerät weiter arbeiten!”. Fast richtig. Denn: Sie tuen nichts. iCloud ist integriert. Das heißt was? Nun ja, schreiben Sie doch einfach ein Dokument zu Ende oder nehmen Änderungen vor. Stecken Sie das iPhone in die Hosentasche und das wars. Und das Dokument? iCloud synct es automatisch. Nach jedem Schließen wird es von selbst in der iCloud gespeichert. Es kommt aber noch besser: Schalten Sie doch am Abend Ihr iPad ein. Was Sie da sehen: Ihr geändertes Dokument! Von selbst auf das iPad! Wie das funktioniert? Ihr iPad synchronisiert sich immer mit der iCloud. Also eine Änderung auf dem iPhone bedeutet auch gleichzeitig eine Änderung auf dem iPad, quasi in der selben Sekunde. Ohne auch nur einmal an Synchronisation gedacht zu haben ist es schon auf allen Geräten aktualisiert. Wenn Sie ein neues Dokument erstellen, wird es noch in der selben Sekunde in die iCloud geladen, und von dort aus auf alle Ihre anderen Geräte auch. Sie haben nichts getan außer auf “Erstellen” gedrückt, und schon ist Ihr neues Dokument auf dem iPad, auf dem iPod touch, iPhone und Mac verfügbar. In der gleichen Sekunde. Sie müssen keine extra App oder Software installieren. iCloud ist in iOS und MacOS X integriert. Bald auch in vielen anderen Apps.
iBooks und Apps
Das gleiche Spiel. Setzen Sie sich ein Lesezeichen in der Früh auf dem iPad, fahren Sie zum Zug, und lesen auf dem iPhone einfach weiter. Das Lesezeichen wird noch in der gleichen Sekunde in der iCloud gespeichert, und auf alle Geräte geladen. Sie merken nichts davon. Bücher und Apps können Sie nun ohne Zusatzkosten auf alle Endgeräte erneut herunterladen. Dank einer neuen Liste sehen Sie bereits installierte Apps, und diese, die sich noch nicht auf dem Gerät befinden. Mit Büchern natürlich genauso.
Aber es geht noch besser:
Photo Stream
Nehmen Sie ein Bild auf Ihrem iPhone von unterwegs auf, und noch in der gleichen Sekunde wird es in die iCloud geladen, und auf dem iPad wieder heruntergeladen. Auf Ihrem iPod touch oder Mac natürlich auf. Sie nehmen praktisch ein Photo gleichzeitig mit 4 Geräten auf! In der Photo-App bei iOS ist ein neuer Menüpunkt hinzu gekommen: Photo Stream. Erstellte Photos landen da, und werden sofort in die iCloud übertragen. Auf dem Mac gibt es bei iPhoto einen neuen Punkt in der Seitenleiste: Photo Stream. Dort sehen Sie sofort wenn ein neus Photo gemacht wurde. Sogar PCs werden unterstützt. Da ein PC keine Photosoftware zum Verwalten hat, wird ein neuer Punkt unter “Meine Dateien” angezeigt. Wieder: Sie drücken nur auf den Knopf um ein Photo zu schießen, und schon ist es auf Ihrem Mac und Ihren iDevices.
Und zum Höhepunkt:
iTunes in the Cloud
Wenn Sie in Zukunft ein Lied herunterladen, sagen wir auf dem iPhone, und auf Ihren anderen Geräten den Schalter bei “Automatischer Download” aktiviert haben, dann laden Sie dieses Lied nicht nur auf Ihr iPhone, nein, gleichzeitig läd sich dieses Lied auf all Ihren Geräte, bei denen Sie “Automatischer Download” angewählt haben! So etwas gab es noch nie. Ein Szenario:
Sie sind unterwegs, mit Shazam ein Lied getagged, via iTunes noch im selben Moment auf Kaufen drücken, und schon ist es auf allen Endgeräten, gleichzeitig! Sie wachen also nach einer wilden Partynacht auf, und können schon am Mac Ihr neues Lieblingslied anhören. Richtig, sie haben nichts gemacht. Einmal auf den Button Kaufen drücken, und das wars.
Und das, liebe Leser, ist die iCloud. Eine einfache Netzwerkfestplatte sieht anders aus.
Und der absolute Höhepunkt des Ganzen: Alle Entwickler können diese Features einbinden. Mit der freigeschalteten iCloud API kann jeder App-Developer diese Features nutzen. Das klingt aktuell noch wie ein Traum. Man hat in Zukunft nicht nur die gleichen Apps wie auf dem Mac in der Hostentasche, sondern dynamisch alle Dateien die dazu gehören. Ohne auch je ein einziges Mal an Synchronisieren gedacht zu haben.
Willkommen in der Zukunft!

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