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“MacOS X – Snow Leopard – The Missing Manual” – Eine Hommage

von  Bastian  |  

Eigentlich bin ich kein Freund von solchen Nachschlagewerken. Vieles findet man im Internet, oder weiß man nach wenigen Klicks schon von alleine. Aber was der O’Reilly-Verlag da aus dem Hut gezaubert hat, ist einfach nur brilliant!

Dieses Buch ist, wie der Titel schon verrät, ein paar Monate alt. Da aber jetzt der neue Löwe vor der Türe steht, werden die Jungs von O’Reilly sicher auch wieder ein Missing Manual über Lion herausgeben. Daher will ich Sie, liebe Leser, schon jetzt darauf aufmerksam machen. Dazu eine private Geschichte:

Als ich mir meinen ersten Mac gekauft habe (das war vor ca. 3 Jahren), ein iMac 24″, wollte ich ihn sofort nach dem Einschalten wieder verkaufen. Ich kam von Windows, mit einem 15-Zoll Röhren Bildschirm. Wenn man dann erstmal so einen “riesen” Bildschirm auf dem Schreibtisch stehen hat, und man noch nicht richtig glauben kann dass hinter diesem Bildschirm tatsächlich noch Hardware reinpasst, fühlt man sich überfordert. Und man vermisst erstmal seine lieb gewonnene Windows-Welt: Stundenlanges Einrichten nach einem Rechner Neukauf, den richtigen Virenscanner suchen, Tools über Tools laden, und nach einem langen Samstag (man will sich ja auch Zeit lassen und sein teures Spielzeug ausgiebig testen) legt man sich Abends vor dem Fernseher, mit dem ruhigem Gewissen eine neue Wundermaschine am Schreibtisch stehen zu haben.

Beim iMac schaut das ganze “etwas” anders aus. Nach dem Kauf, was macht man da? Staunt erstmal über die schicke Verpackung, und über das durchdachte Konzepte schon vor dem ersten Einschalten. Man stellt dieses Riesending auf den Schreibtisch, steckt das Stromkabel an, und… ja, fertig. Damals 1,600 Euro ausgegeben, und man ist nach einer Minute mit dem Aufbau fertig. Einrichten? Ja, was fehlt denn alles? Man öffnet eine PDF, funktioniert. Man öffnet ein Bild, einen Film, und für alles scheint Apple ein Programm zu haben (oft sogar das gleiche). Zu Anfänger-Fragen wird man in jedem Forum mit der gleichen Antwort konfrontiert: Schau in die Hilfe, schau dir die Tutorials an. Als Windows-Nutzer nimmt man das als Spass auf. Die Hilfe ist in Windows so ziemlich das schlechteste am ganzen Betriebssystem. Unter MacOS stellt man jedoch schnell fest: Da steht ja wirklich ALLES drin, und man wird dynamisch auf die Menüpunkte hingewiesen wenn man Fragen zu Funktionen hat. Die Hilfe und die Menüs schauen überall gleich aus, programmübergreifend. Das erleichtert die ersten Gehversuche doch enorm. Aber so richtig wird man nicht warm mit diesem System. Alles ist anders, und man frägt sich warum man denn unbedingt so ein riesen Teil bestellen musste.

Zum Glück war Abends ein Konzert, und ich hatte keine Zeit mehr bei Apple anzurufen und um eine Rücknahme zu bitten. Am nächsten Morgen, total verkatert kommt aber so langsam das Gefühl: Man schaltet keinen Rechner ein, nein, sondern einen Mac. Und das geht schnell. Schon damals ohne SSD brauchte der iMac keine 20 Sekunden um zu starten. Man klickt auf eine App, und sie ist offen. Man probiert Sachen aus, und alles geht so schnell und einfach, dass man erst einmal eine Stunde lang sich nur durch das ganze System klickt und navigiert. Unter Windows undenkbar: Es soll tatsächlich Spass machen ein Betriebssystem zu durchforsten?

Als ambitionierter Nutzer will man allerdings mehr, als ein schnell funktionierendes Betriebssystem. Also machte ich mich auf die Suche nach einem guten Einstiegsbuch. Und durch Zufall gab ich der “Missing Manual”-Reihe eine Chance. Als das Buch am nächsten Tag ankam (Amazon Prime sei Dank), sofort aufgeschlagen und angefangen zu lesen.

Was man in diesem Buch findet, haut einen erst einmal um: Man kommt keine 5 Zeilen weiter ohne nicht gleich parallel am Mac diese und jene Funktion auszuprobieren. Man kann sich beim Lesen überhaupt nicht vorstellen dass das alles so einfach und schnell funktionieren kann, also wieder an den Mac und getestet: Funktioniert tatsächlich. Und langsam kommt man dahinter:

Apple preist ca. 15 Funktionen ihres Betriebssystems an, nehmen Sie die Zahl mal 3, und Sie haben die Anzahl, die Sie von selbst herausfinden. Aber nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, können Sie diese Summe locker verzehnfachen. Viele Funktionen und Kniffe werden nirgends angepriesen, ich treffe sogar heute noch auf langjährige Mac-User die keine Ahnung von dieser und jenen Funktion von MacOS X hatten. Das “Missing Manual” liest sich wie aus einem Guss. Viele Stichelein gegen Windows an der richtigen Stelle verdeutlichen dass man jetzt auf der guten Seite des Lebens angekommen ist. Das Buch hat wahnsinnige 1008(!) Seiten, aber diese gehen runter wie Butter. Es ist ein erstaunliches Sammelsurium an Tipps und Hinweisen.

Wenn Sie jetzt als langjähriger Nutzer sagen: “Davon kann ich sicher 95% schon selbst”, rate ich Ihnen: Leihen Sie sich es irgendwo aus, lesen Sie rein, und Sie stellen fest: “Das muss in mein Regal”. Man ist am Anfang wie auf einem Kaffee-Rausch: Links das neue Spielzeug, rechts daneben die Anleitung dazu, wie Sie aus diesem das Meiste rausholen können. Alle 5 Zeilen neue Tricks und Hinweise, und bald hat man diesen Mac an jeder möglichen Ecke auf sich persönlich angepasst und eingestellt.

Nach 3 Power-Tagen Mac dachte ich mit Grinsen an die vergangene Zeit: Anstatt wie jetzt 3-Tage meinen Workflow verbessert zu haben, verbringt man mit Windows erst einmal damit, nervige Software vom System zu deinstallieren, und jedes mögliche Tool installieren, nur damit man danach so simple Dinge wie PDFs lesen oder einen Film anschauen kann.

Und nachdem Buch ist man noch lange nicht am Ende. Denn jetzt beherrscht man MacOS X blind, dennoch verbirgt sich unter Ihrem Betriebssystem noch UNIX, und damit können Sie Sachen machen, wovon Windows-Nutzer in 10 Jahren voller Stolz sagen können: Das kann mein Betriebssystem JETZT auch.

Mein Abschlussplädoyer also an alle Mac-User, vor allem an die Ein- und Umsteiger: Dieses Buch MUSS im Regal stehen. Denn erst danach können Sie sagen: Jawohl, ich habe einen echten Macintosh daheim stehen!

Autor: Bastian

Als Informatik-Student, und seit kurzem stellv. Chef-Redakteur bei MACBUG.de, will ich neuen Usern helfen, in die Macintosh-Welt ein zu tauchen, sowie langjährigen Nutzern neue Möglichkeiten eröffnen, wie Sie noch effizienter mit einem Mac arbeiten können. Themengebiete: UNIX, Terminal, MacOS X Allgemein Über Anregungen, Kritik und Problemberichte freue ich mich sehr - via Kommentar-Funktion oder Kontaktformular!