Was du heute kannst versprechen, darfste morgen wieder brechen – dies oder ähnliches hat sich Steve Jobs offenbar gedacht, als er das BackUp-Programm von Mac OS X Leopard – Time Machine – um die Möglichkeit kastriert hat, sein BackUp auf Netzwerk-Volumes aller Art machen zu können. Die Kunden möchten doch bitte sehr die TimeCapsule kaufen – welche im Grunde nix anderes ist als eine Airport Extreme Basestation mit eingebauter Festplatte. Time Machine akzeptiert seit dem Update auf 10.5.2 nur die TimeCapsule als Netzwerkvolume, um seine Arbeit machen zu können. Nicht unterstützte Volumes müssen erst im Terminal freigeschaltet werden.
Mit 299 Euro in der 500 GB-Version und ganzen 499 Euro in der 1 TB-Version ist die Time Capsule ein teures Spielzeug.
“Echte” Datensicherheitsfanatiker sowie Firmen sehen in der Time Capsule ohnehin keine ideale Möglichkeit, seine Daten zu sichern – sie verlassen sich auf NAS-Storages mit RAID-Arrays, angeschlossen an einer AES, bzw anderen (leistungsfähigeren) Routern – an Backups über WLAN ist da ohnehin nicht zu denken. Die Zielgruppe für die TC ist definitv der Privatkunde als Endverbraucher.
Diejenigen unter uns, denen eine Time Capsule reichen würde, hoffen eine gute Lösung damit zu ergattern. Apple propagiert Sicherungen im n-Draft. Die Besitzer von Macs, die n-Draft beherrschen, hoffen darauf, dass die Sicherungen möglichst schnell über die Bühne gehen.
Ausgerechnet die Super-Möglichkeit, die Sicherungen via WLAN machen zu können, entpuppte sich bei den Tests als Nadelöhr. Wenn kein n-Draft erreicht wird, findet die Übertragung mit maximal 54 Mbps statt. Und das ist bei meinen Tests mit einem MacBook der 4. Generation, welches ebenfalls n-Draft beherrscht, ziemlich oft der Fall gewesen: Bei 10 Tests 8(!) mal.
Des weiteren ist nicht sicher, was an der Festplatte in der Time Capsule für ein Controller hängt – USB oder S-ATA – das ist hier die Frage. Oder ist doch die Firmware schuld an der bescheidenen Geschwindigkeit??

Für die Sicherungen auf einer Time Capsule war mehr Zeit nötig, als bei einer Sicherung auf diese Lacie-Netzwerkfestplatte, die an einer Airport Extreme Basestation via Gigabit-LAN angeschlossen war.
Sowohl über WLAN als auch per Gigabit-LAN unterlag die TimeCapsule dem AEBS-Lacie-Gespann: Über Gigabit-LAN war das BackUp auf der Lacie durchschnittlich 30 Sekunden schneller geschrieben, als auf der TimeCapsule. Nur etwa 12-15 Sekunden im Schnitt langsamer war die TC bei einer Sicherung via WLAN.
So ganz Problemlos wie bei unseren Tests muss die Sicherung auf beliebigen Netzwerk-Volumes nicht von statten gehen. In diversen Foren wird der TMManager zu Hilfe genommen, um Fehlermeldungen zu vermeiden, dass ein Image nicht erstellt werden kann.
Mit Hilfe von DynDNS-Diensten kann man von überall auf der Welt aus auf die TimeCapsule zugreifen. Jedoch ist es nur möglich, manuell auf die Daten dort zu zu greifen. Time Machine-Backups und das Wiederherstellen von Daten von der Uni aus sind (noch?) nicht möglich. In meinen Augen ist dies nur eine Frage der Zeit. Die Time Machine verlangt dazu offenbar noch eine direkte Verbindung über Gigabit-LAN bzw. WLAN.
Die Geschwindigkeit beim Zugriff auf die Dateien daheim von unterwegs aus sind natürlich von den Leitungen abhängig, die verwendet werden.
Im Zusammenspiel mit Windows XP hat die TimeCapsule sich als pflegeleicht entpuppt. Wenn die Software installiert ist, akzeptieren die gängigsten WLAN-Karten und deren Treiber die TC problemlos als Router, der ihnen das Tor zum Internet eröffnet. Auch die Festplatte wird ziemlich Problemlos als Netzwerk-Volume erkannt und im Arbeitsplatz eingebunden. Vista (getestet wurde auf Ultimate-Edition) hingegen brauchte Nachhilfe: Das Volume liess sich über WLAN nicht so zuverlässig ansprechen als mit Kabel. Die Routingfunktionen, um ins Internet zu gelangen haben aber funktioniert.
Spätestens, wenn die ersten Geräte an die Endverbraucher ausgeliefert werden, werden sich Leute finden, die die TimeCapsule öffnen werden, um Ihr das eine oder andere Geheimnis zu entlocken. Was auch immer das heraus kommt: Wir berichten darüber. Denn so ganz ohne Potenzial ist die TimeCapsule nicht.
